Horizontalabdichtung

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Um einem kapillaren Aufsteigen von Feuchtigkeit im Mauerwerk entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Möglichkeiten zum EInbau einer Horizontalabdichtung. Die Verfahren mit gesicherten Erfolgsaussichten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:


A.1. Mechanische Verfahren

Im wesentlichen sind dies drei gängige Verfahren:

Mauersägeverfahren

Das Mauerwerk wird mit einer Säge horizontal getrennt und danach aufgekeilt. Eingebracht wird eine Dichtungsbahn (Bitumen, Folie oder Edelstahlblech etc.). Die verbleibende Fuge wird mit vermörtelt. Als Variante gibt es das sog. V-Schnitt-Verfahren. Hierbei werden von zwei Seiten jeweils in einen schräg nach unten verlaufenden Schnitt Dichtungsmörtel in das Mauerwerk gegossen.

Chromstahlblech-Verfahren

Es wird mit einer geeigneten Vorrichtung gewelltes Chromstahlblech -an den Seiten überlappend- in die Lagerfuge eingetrieben. Voraussetzung: Es muß eine durchgehende Lagerfuge vorhanden sein.

Maueraustausch-Verfahren

Wie der Name schon sagt, wird das Mauerwerk abschnittsweise ausgetauscht. Dabei wird eine Dichtungsbahn eingelegt.

Der Vorteil dieser Verfahren besteht darin, daß eine vollständige mechanische Sperre eingebracht wird, die sofort wirksam ist. Zum Teil (Maueraustausch-Verfahren) wird auch ein Stück des salzbelasteten Mauerwerks entfernt.

Nachteilig bei den mechanischen Verfahren wirkt sich aus, daß das Mauerwerk getrennt wird. Dadurch ergeben sich u.U. gravierende Einflüsse auf die Statik, was eingehend geprüft werden muß. Desweiteren kommt es häufig zu Rissen im Putz entlang der Mauerwerkstrennlinie.


A.2. Chemische Verfahren

Hierbei handelt es sich um sog. Injektage-Verfahren, d.h. es wird durch im Mauerwerk angebrachte Bohrlöcher eine Chemikalie eingebracht, die eine horizontale Feuchtesperre aufbaut. Die Wirkungsweise beruht darauf, daß entweder durch Abscheidung kapillar verdichtender Substanzen ein Gleichgewichtszustand zwischen aufsteigender und verdampfender Feuchte erreicht wird oder durch die Bildung von hydrophobierenden Substanzen die Nichtbenetzbarkeit "Hydrophobierung" der Kapillarwände (mit der Folge: kapillare Steighöhe = negativ) erzielt wird. Beide Wirkungsweisen können sowohl getrennt als auch kombiniert eingesetzt werden.

Da bei diesen Verfahren eine "Sperre" nicht durch eine klare Linie definiert ist, sondern die Wirkung sich in einem Bereich einstellt, wird im allgemeinen unterstützend eine Vertikalabdichtung mittels Spezialschlämme und Spezial-Sanierputz bis ca. 50cm oberhalb der Bohrlochreihe angebracht. Dies verhindert auch Wasser- sowie ggf. Salztransport über den Putz sozusagen an der horizontalen Sperre vorbei in darüberliegendes Mauerwerk. Die Einbringung des Injektagemittels erfolgt entweder ohne Druck (Bohrlöcher schräg nach unten im Winkel von ca. 30°) oder bei Verpressung im sog. Niederdruck-Verfahren (Bohrlöcher horizontal in die Fuge).


Vor Beginn müssen die baulichen Gegebenheiten gründlich recherchiert und die Maßnahmen darauf abgestellt sein. Ist dann die Ausführung ebenso sorgfältig, wird in aller Regel ein vollständiger Erfolg erzielt. Zu Beachten ist hierbei insbesondere das WTA-Merkblatt 4-4-94.

Ungeeignet zur Abdichtung, Entsalzung

Immer wieder werden Elektrophysikalischen Verfahren (Elektroosmose) zur Trockenlegung von Wänden angeboten. Die angepriesenen Vorteile bestehen darin, daß das Verfahren weitgehend zerstörungsfrei, mit wenig Aufwand, "ohne Chemie" und leicht zu installieren sei. Dagegen gibt es nur einen einzigen Nachteil: Es hat keine meßbare Wirkung. Dies ist durch wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Versuche belegt und in der gesamten Fachwelt unbestritten.

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Wissensch.- techn. Arbeitsgemeinsch. f. Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege

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