Bauschäden und ihre Ursachen

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Nasse Wände und "Salpeter"

Bauschäden durch Wasser und Salze


A. Feuchtigkeit

Wie wird die Wand naß ?

Die wichtigsten Transportmechanismen, durch die Wasser in Baustoffe gelangt, sind:

  • kapillare Wasseraufnahme (Aufnahme durch die Poren)
  • Wasseraufnahme durch Sicker-/ Hangwasser, drückendes Wasser

Dies geschieht vornehmlich im Fassadenbereich und im nicht abgedichteten erdberührten Bereich durch sog. Saugwirkung. Direkte Berührung der Baustoffe mit Wasser.

  • hygroskopische Wasseraufnahme (Aufnahme aus der Luftfeuchtigkeit) * Wasseraufnahme durch Kapillarkondensation.

Die hygroskopische Wasseraufnahme passiert sehr häufig, wenn bauschädliche Salze in den Baustoffen vorhanden sind. Die Kapillarkondensation spielt bei der sog. Ausgleichsfeuchte von Baustoffen eine wichtige Rolle, ist aber von Bedeutung meist im Zusammenhang mit der hygroskopischen Wasseraufnahme. Die Kondensation hängt wesentlich von den klimatischen Bedingungen, der die Baustoffe ausgesetzt sind, ab. Bei der Sanierung ist eine Wärmedämmung nötig, die der Nutzung der Räume gerecht wird.

Welche Ursachen gibt es ?

Die häufigsten Ursachen für Feuchten im Mauerwerk sind:

  • fehlende oder unvollständige horizontale bzw. vertikale Abdichtung,
  • Versalzung der Baustoffe,
  • klimatische Bedingungen, die die Feuchteaufnahme begünstigen (Kondensation) z.B. unzureichende Wärmedämmung oder Lüftung, bezogen auf die vorliegende Nutzung

Vielfach liegen auch Kombinationen der hier genannten Ursachen zugrunde.

Wie weit geht Aufsteigende Feuchte ?

Die erreichbare Höhe aufsteigender Feuchte hängt von dem Kapillardruck ab, der sich aufbauen kann und damit von der Baustoffzusammensetzung. Im allgemeinen kann aufsteigende Feuchte Höhen in Bereichen bis 1m (ohne Salzbelastung) bzw. bis 2m (mit Salzbelastung) ab Quelle erreichen.

Messung der Feuchtigkeit im Baustoff

Die Messung der vorhandenen Feuchte im Baustoffe kann durch verschiedene Verfahren erfolgen. Für die Baustelle am besten geeignet hat sich die CM-Bestimmung (Calciumcarbid-Methode) erwiesen. Die Abweichungen von im Mittel -0,5 bis -1,0 Gew.-% gegenüber der im Labor durchgeführten gravimetrischen Bestimmung liegen wahrscheinlich daran, daß das chemisch gebundene Wasser (Kristallwasser) nicht erfaßt wird.

Nicht geeignet hierfür:

Sog. elektrische/elektronische Meßgeräte, bei denen Elektroden in der Wand eingestochen die Feuchtigkeit per Anzeige oder mit Leuchtpunkten angeben sollen, sind ungeeignet zur Ermittlung präziser Werte. Dieses elektrische Verfahren (Widerstandsmessung) wird stark von bauschädlichen Salzen und deren Konzentration verfälscht und kann deshalb keine gesicherten Angaben liefern. Die angezeigten Meßergebnisse liegen z.T. 200-300% über der tatsächlichen Feuchtigkeit. Allerdings kann die Messung mit einem solchen Verfahren zumindest in den oberen Bauteilbereichen (ab 1.OG) Hinweise auf Unterschiede zu anderen Bauteilen liefern und als Indikator benutzt werden.

B. Bauschädliche Salze

Was sind bauschädliche Salze und wie kommen sie in die Wände? Bauschädliche Salze sind u.a. dadurch gekennzeichnet, daß sie in Wasser leicht löslich sind. Sie werden durch den Wasserkreislauf in die Baustoffe transportiert und sorgen dann oft durch ihre hygroskopische Wasseraufnahmefähigkeit für weitere Durchfeuchtung.

Die wichtigsten bauschädlichen Salze sind:

  • Sulfate
  • Chloride
  • Nitrate
  • Carbonate.

Viele Baustoffe enthalten sog. Eigensalze, also Salze, die bereits von Natur aus vorliegen. Für die Betrachtung bauschädlicher Salze sind jedoch die Fremdsalze entscheidend. Ihre Bildung bzw. Anreicherung erfolgt im wesentlichen durch zwei Wege:

  • Schwefelsäure infolge von Schwefeldioxid- bzw. Schwefeltrioxid-Immissionen führt zu Korrosionen an kalkhaltigen Baustoffen (u.a. Bildung von Calciumsulfat).
  • Eine entscheidende Rolle kommt den Salzen zu, die über den wasserberührten Teil von Bauwerken angereichert werden. Hier handelt es sich um Salze, die entweder im Boden vorkommen oder über Düngung und/oder Tausalzstreuung ausgebracht werden. Die Aufnahme in den Baustoff erfolgt dann über kapillare Aufnahme (u.a. aufsteigende Feuchte bei nicht funktionierender Horizontalabdichtung).

Was bewirken bauschädliche Salze ?

Die Hauptschadenswirkung von bauschädlichen Salzen besteht in der Zermürbung des Baustoffes infolge der Auswirkungen der Kristallisation und der Hydratation.


Bei der Kristallisation von Salzen -wenn sich übersättigte Salzlösungen in den Kapillarräumen befinden- und bei der Hydratation -Einlagerung von Wasser in das Kristallgitter bei der Kristallisation bzw. in bestimmten Temperaturbereichen- kommt es zur spontanen Volumenvergrößerung. Dies bedeutet eine Sprengwirkung ähnlich der bei Frost zu beobachtenden Volumenvergrößerung in den Poren und damit kommt es zu der Zermürbung des Baustoffes.


Weitere Informationen:

Was hilft gegen nasse Wände und "Salpeter" ?

Bei aufsteigender Feuchte:

Bei drückendem Wasser:

Bei Rissen in Beton/Mauerwerk:

Bei Versalzung ("Salpeter"):

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Deutscher Holz- und Bautenschtzverband
Wissensch.- techn. Arbeitsgemeinsch. f. Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege

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