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Auf dem Markt werden verschiedene Systeme zur Taubenabwehr angeboten, die mehr oder weniger zur Vertreibung der Vögel geeignet sind:
Mechanische Systeme:
Die Anflugflächen werden mit Spanndrähten, Netzen, Spitzen etc. ausge-
stattet, die den Vögeln eine Landung unmöglich macht. Im allgemeinen
ist dieses Verfahren das langfristig sicherste, jedoch optisch auffällig und
deshalb in einigen Fällen aus architektonischer Sicht nicht gewünscht.
Hochspannungs-Systeme:
Zwei parallele Leitungen werden in den gefährdeten Bereichen instal-
liert, die durch einen Hochspannungstrafo gespeist werden. Das System
funktioniert nach dem "Weidezaun-Prinzip", d.h. die Tiere werden durch
einen harmlosen aber unangenehmen Impulsstrom vertrieben. In der Bau-
weise sind diese Systeme i.d. Regel unauffälliger als die rein mecha-
nischen, es fallen jedoch höhere Material- und Wartungskosten an.
Chemische Vertreibungs- und Fernhaltemittel:
Es werden verschiedene Wirkstoffe angeboten, die in Form einer
Imprägnierung auf die Anflug- und Nistflächen aufgebracht werden. In
diesen Substanzen sind Geruchsstoffe und Salze enthalten, die eine
unangenehme Wirkung auf die Tiere haben. Leider ist die Wirkung nicht
dauerhaft und muß, je nach Beregnung der Flächen, mehrfach erneuert
werden. In regengeschützen Bereichen hält die Wirkung ca. 3 Monate an.
Für freie Flächen wie Dachrinnen, Firste etc. ist diese Alternative
ungeeignet.
Akustische Systeme:
Die auf dem Markt erhältlichen Ultraschall-Systeme zur Taubenabwehr
erzeugen einen für den Menschen unhörbaren, für die Tauben jedoch
unangenehm hohen Ton, der die Tiere vertreiben soll. Leider gewöhnen
sich die Vögel sehr schnell an den Ton, was diese Methode von vorn-
herein unwirtschaftlich erscheinen läßt, insbesondere bei den z.T.
enorm hohen Anschaffungskosten, die bei einigen Herstellern der Geräte
anfallen. Auch eine Kopplung mit Bewegungsmeldern kann den Gewöhnungs-
effekt nur unwesentlich hinauszögern.
In der Landwirtschaft haben sich automatische Schreckschußsysteme
bewährt, die die Saaträuber in unregelmäßigen Abständen mit einem
ohrenbetäubenden Knall vertreiben. Leider können diese Anlagen aus
naheliegenden Gründen nicht in Wohngebieten installiert werden.
Optische Systeme ("Vogelscheuchen"):
Die instinktive Angst der Tauben vor Raubvögeln oder anderen natür-
lichen Feinden wird bei diesem Verfahren ausgenutzt. Auf dem Markt
werden dazu Raubvogelattrappen, Ballons in Schockfarben mit aufge-
druckten, stilisierten Raubvogelmerkmalen sowie verschiedene, durch
Luftzug bewegliche Teile wie Metallfolien, angeboten. In vielen Fällen
ist diese Technik, zumindest für einen begrenzten Zeitraum, erfolg-
reich. In Großstädten mit starkem Taubenbesatz sind die Tiere jedoch
meistens an die Nähe artfremder Lebewesen gewöhnt und haben ihre Scheu
verloren. In solchen Fällen ist diese Art der Vertreibung wirkungslos.
Bekämpfung des Taubenbefalls:
Als radikalere Methode bleibt noch die unmittelbare Bekämpfung der
Tauben durch Dezimierung zu erwähnen. Diese Methode bleibt jedoch aus
jagdrechtlichen Gründen ausgebildeteten Jägern vorbehalten und führt
i.d.R. zu Konflikten mit Tierschützern und -freunden.
Giftweizen und Luftgewehr sind zur Tötung der Vögel geeignet, jedoch
wird die Population der Tiere, insbesondere in Großstädten, nach kur- zer Zeit wieder die ursprüngliche Stärke erreicht haben. Darüberhinaus
sind umfangreiche Schutzmaßnahmen gegen Verschleppung evtl. einge-
setzter Giftstoffe erforderlich. Weiterhin muß dafür Sorge getragen werden, dass durch schnelle Entsorgung der Kadaver keine Sekundärver-
giftung von heimischen Raubtieren stattfindet.
Auch alternative Pilotprojekte, wie die in Berlin getestete "Anti-
Baby-Pille für Tauben", Kontrolle der Population durch Aufstellen von
Taubenschlägen und Austausch der Gelege durch Gips-Eier, brachten
nicht den gewünschten, dauerhaften Erfolg.
In der Regel sind im Hinblick auf Effektivität und Wirtschaftlichkeit u.E. die erstgenannten mechanischen Systeme am besten zur Vogelabwehr geeignet.
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