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Schwammsanierung

Pilze sind nicht nur die wichtigste Gruppe der pflanzlichen Holzschädlinge, sondern auch die zerstörerischste. Die durch Pilze hervorgerufenen Schäden an Holz sind oftmals deutlich größer als die durch Insekten verursachten Schäden.

Holzzerstörende Pilze

Die am oder im Holz vorkommenden Pilze gehören fast alle in die Klasse der Höheren Pilze (Eumycetes) und werden nach Art der Hauptfruchtform in die zwei Unterklassen Ascomycetes (Schlauchpilze) und Basidiomycetes (Ständerpilze) unterteilt. Während die Ascomycetes lediglich das Holz verfärben, bauen die Basidiomycetes die Zellwände der Holzzellen ab und verursachen so die Zerstörung des befallenen Holzes.

Der Bau der Pilze ist relativ einfach. Der eigentliche Vegetationskörper besteht aus einem Geflecht bandförmiger bzw. röhrenförmiger Zellfäden, die als Hyphen bezeichnet werden. Die Hyphen sind reich verzweigt und sehr fein und daher nur unter dem Mikroskop erkennbar. Die Gesamtheit der Hyphen wird Mycel genannt. Aufgabe der Hyphen bzw. des Mycels ist es, dem Pilz durch Ausscheiden von Enzymen je nach Pilzart entweder Zellinhaltsstoffe aufzuschließen oder Zellwandsubstanzen aufzulösen. Hierdurch wird das Holz bis hin zur völligen Zerstörung zersetzt.

Zur Fortpflanzung der Pilze dienen die Fruchtkörper, die aus teilweise umgestalteten und stark verdichteten Hyphengeflechten gebildet werden und Sporen in großen Mengen (z.B. beim Echten Hausschwamm bis zu 1 Milliarde Sporen je Stunde) erzeugen, aus denen dann neue Pilze wachsen können. Gelegentlich bilden sich Fruchtkörper an gut sichtbaren Stellen in Gebäuden (z.B. an der Fußleiste oder am Deckenanschluß). Die Ausbildung von Fruchtkörpern signalisiert meistens einen bereits fortgeschrittenen Befall und entsprechende Zerstörungen des im Holzinneren lebenden Pilzes.

Alle holzzerstörenden Pilze benötigen spezielle Lebensbedingungen. Insbesondere sind sie auf Feuchtigkeit angewiesen, die im verbauten Holz normalerweise nicht vorhanden ist. Ein Befall von Pilzen und Schwämmen kann daher nur dann entstehen und sich entwickeln, wenn Feuchtigkeitsquellen existieren, zum Beispiel Undichtigkeiten oder Wasserleitungsschäden. Häufig entsteht auch nach erfolgten Grundsanierungen oder Ausbauten an den Konstruktionshölzern ein Feuchteklima, das die Entwicklung holzzerstörender Pilze ermöglicht.

Die wichtigsten Arten der holzzerstörenden Pilze sind der Echte Hausschwamm (Serpula lacrimans), der Weiße Porenschwamm (Poria vaillantii) und der Braune Keller- oder Warzenschwamm (Coniophora puteana). Zerstört wird das Holz von der Oberfläche nach Innen hin.

Gesundheitliche Gefährdungen

Alle holzzerstörenden Pilze vermehren sich durch Sporen. Diese Keime sind relativ klein und können bei dichtem Auftreten auch ähnliche Gesundheitsstörungen hervorrufen, wie dies bei starkem Staubanfall oder bei Pollenflug der Fall ist. Betroffen hiervon sind insbesondere Personen mit allergischen Reaktionen auf Partikel in der Atemluft. Eine eigene Toxizität der Sporen gegenüber dem menschlichen Organismus ist nicht vorauszusetzen.

Vorgehensweise bei der Sanierung

Schwammbefallenes Mauerwerk

Bei der Sanierung wird der Putz bis ca. 1,50 m um den letzten sichtbaren Schwammbefall herum abgestemmt und die Fugen ausgekratzt. Dabei werden Mycelwachstumsverläufe erkannt und die Voraussetzungen geschaffen, um die Oberflächen zu reinigen und mit Schwammschutzmittel zu imprägnieren. In bestimmten Bereichen muss Mauerwerk mittels Mauerwerksverpressung oder Verfüllung mit Schwammschutzmittel bis in tiefere Schichten behandelt werden, um das Wiederaufleben des Befalls sicher zu verhindern. Abschließend werden die offenen Fugen mit salzspeicherfähigem Grundputz geschlossen und die Wände neu verputzt.

Schwammbefallenes Holz

Holz kann nur vorbeugend imprägniert werden, nicht bekämpfend. Außer der Holzverstärkung oder dem Ersatz bzw. der - in Einzelfällen anwendbaren - Holzprothetik gibt es keine Möglichkeit, bereits zerstörtes Holz wieder tragfähig zu machen.

Daher ist das Holz mit einem Sicherheitsabstand gesund zu schneiden, die umliegenden Hölzer werden, ebenfalls mit einem Sicherheitsabstand, freigelegt und Balkenköpfe werden angebohrt. Die verbleibenden Hölzer werden gründlich gereinigt und mit geeignetem Holzschutzmittel imprägniert. Die Balkenköpfe sollten im Auflagebereich per Bohrlochtränkung bzw. -verpressung mit geeignetem Mittel behandelt werden.

Bei jeder Schwammsanierung ist das Auffinden und Abstellen aller Feuchtequellen unbedingt erforderlich. Dise Quellen werden von uns vor den Arbeiten aufgedeckt; gemeinsam mit Ihnen ist so eine nachhaltige Sanierung von schwammbefallenem Mauerwerk und Holz möglich.

Römer BioTec® GmbH 2017