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Begasung einer Bockwindmühle im Freilichtmuseum Detmold gegen HolzschädlingeIm Oktober 2003 haben wir eine Bockwindmühle im Freilichtmuseum in Detmold gegen holzzerstörende Insekten, insbesondere den Gescheckten Nagekäfer (Xestobium rufovillosum, s. Schädlingslexikon) mit Brommethan begast. Die im Konzept der Integrierten Schädlingsbekämpfung des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold für Gebäude bevorzugte Heißluftbehandlung zur Bekämpfung des Befalls konnte bei diesem Objekt nicht vorgesehen werden. Es bestand die Gefahr , dass die sehr groß dimensionierten Hölzer sich verziehen und reißen könnten, was u.U. die Funktionsfähigkeit der Mühle gefährdet hätte. Zur Herstellung der hinreichenden Gasdichtigkeit wurde die Mühle eingerüstet. Das Gerüst wurde zur Wetterseite hin mit Schutzplanen ausgestattet, um die eigentliche Abdichtung vor stärkeren Witterungseinflüssen zu schützen. Dann wurde der Mühlenkörper außenseitig mit geeigneten Sperrfolien eingehaust. Der Erdboden unter der Mühle wurde ebenfalls mit Sperrfolien und Hartfaserplatten zum Schutz der Folien ausgestattet, um einem Gasverlust ins Erdreich entgegenzuwirken. Diese untere Abdichtung wurde mit den von oben kommenden, seitlichen Sperrfolien verklebt und so ein hinreichend gasdichter Begasungsraum geschaffen. Insbesondere an den Durchdringungen von Mühlenteilen durch die Abklebung (z.B. an der Nabe des Flügelrades) war Fingerfertigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und nicht zuletzt langjährige Begasungserfahrung erforderlich, um die Einhausung perfekt zu vollenden. Um einem zu schnellen Absinken des Begasungsmittels vorzubeugen, (Brommethan ist ca. 4 mal schwerer als Luft) wurden horizontal durch den Mühlenquerschnitt verlaufende Sperrbahnen eingebaut.
Zur Temperaturregulierung wurden im Innenraum mehrere Heizkörper installiert. Auch Umlüfter und Pumpsysteme zur Umwälzung wurden eingebaut, wobei die gesamte Klima- und Luftstromkontrolle gefahrlos außerhalb des Begasungsraums zu regeln sein musste. Mehrere Temperatur- und Luftfeuchtesensoren, die über Funksignale fernabfragbar sein mussten, gaben während der Begasung Aufschluß über die herrschenden Klimabedingungen. Nach außen geführte Messleitungen ermöglichten die Entnahme von Luftproben aus dem Innenraum, anhand derer die Gaskonzentration gemessen wurde. Weiterhin konnte mittels einer aufwändigen Versuchsanordnung zur Entnahme von Prüfkörpern während der Begasung kontinuierlich der Bekämpfungserfolg kontrolliert werden (siehe Kasten rechts). Diese Messreihe, die den Wirksamkeitsnachweis unter Praxisbedingungen während der Begasungszeit in bestimmten Intervallen erbrachte, wurde von Herrn Dr. Uwe Noldt (Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Institut für Holzbiologie und Holzschutz) entwickelt und geleitet.
Weiterführende Informationen: |
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