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Begasung der Martini-Kirche in Melle

Begasung mit Sulfuryldifluorid

Im Sommer 2013 behandelten wir die St. Martini Kirche in Melle-Buer, ganz in der Nähe unseres Standortes in Osnabrück. Im Zuge einer Untersuchung wurde 2011 ein Befall durch holzzerstörende Insekten festgestellt. Im Rahmen der Begutachtung wurden grundsätzlich zwei Verfahren in Betracht gezogen: eine Behandlung mittels Wärme und eine Begasung mit Sulfuryldifluorid. Wegen der filigranen Arbeiten in der Kirche und vor allem in der Orgel wurde die Heißluftmaßnahme schnell verworfen, denn die Aufheizung des gesamten Gebäudes auf ca. 90°C, die benötigt würde, um die erforderlichen Temperaturen innerhalb der Hölzer zu erreichen, hätte zu starken Schäden im Kircheninnenraum geführt. Daher entschied sich die Landeskirche für eine Behandlung mittels toxischer Gase: einer Begasung von Holzschädlingen.

Rahmenbedingungen

Der erste Ortstermin offenbarte uns die gesamte Größe der Kirche: Mit ca. 17.500 m³ Volumen war dies auch für uns keine alltägliche Größe. Hinzu kam, dass angesichts des unklaren Zustandes des Mauerwerks die Kirche komplett in Folie eingehüllt werden sollte. Erschwerend war außerdem, dass die Kirche rundum von Häusern umgeben ist: Uns blieb bei den Arbeiten immer nur ein Abstand von ca. 20 Metern zum nächsten Haus.

Vorbereitungen

Durch die räumliche Besonderheit ergaben sich besondere Anforderungen an die Sicherheit und die Präzision in der Ausführung. Anfang August begannen wir mit den Arbeiten. Insgesamt waren wir zeitweise mit bis zu 12 Mitarbeitern vor Ort, um den straffen Zeitplan zu halten. Am Anfang standen verschiedene Vorbereitungsmaßnahmen, bis dann im weiteren Verlauf die Folien rollenweise an die Kirche angebracht werden konnten. Hierbei musste einmal die Folie über das Dach, entlang der Wände und vor allem im oberen Bereich des Turmes, der nicht eingerüstet war, angebracht werden. Diese Folien haben wir gasdicht miteinander verklebt, sodass am Ende der Vorbereitungsarbeiten die Kirche für den Zweck der Begasung ausreichend dicht war. Dieses wurde mit Hilfe eines Drucktestes, ähnlich einem Blower Door Test, überprüft.

Durchführung der Begasung

Die Eingasung erfolgte nach Absprache mit dem Auftraggeber und den begleitenden Behörden einen halben Tag früher als ursprünglich geplant. Nach der planmäßig verlaufenden Eingasung stellten wir den Verlauf der Begasung durch verschiedene Messpunkte innerhalb des Begasungsraumes sicher. So waren wir jederzeit darüber im Bilde, was sich innerhalb der Abklebung abspielte. Den Außenbereich sicherten wir durch regelmäßige Messungen, um bei eventuellen Gasaustritten schnell reagieren zu können. So konnten auch die anliegenen Bewohner in Ihren Häusern bleiben, ohne dass eine Gefahr drohte. Diese Überwachung konnten wir mit unseren Mitarbeitern rund um die Uhr vor Ort gewährleisten.

Qualitätskontrolle

Vor der Begasung wurden durch einen unabhängigen Sachverständigen Proben mit Larven und Eiablagen von Holzschädlingen eingebracht. Diese wurden an denen für das Gas am Schwersten zugänglichen Bereichen ausgelegt. Nach der Lüftung wurden diese Proben wieder eingesammelt und auf Vitalität geprüft. Nachdem die Abtötung aller ausgelegten Proben im Labor festgestellt war, konnte der Erfolg der Begasung auch extern bestätigt werden.

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